Véronique de Bure - Die kleine Welt der Madame Jeanne

Véronique de Bure, Die kleine Welt der Madame Jeanne -

Ende des Winters beschließt Jeanne, ein Jahr lang Tagebuch zu führen. Sie ist froh, wieder einen Winter überstanden zu haben - für eine Neunzigjährige nicht selbstverständlich. Sie wohnt seit dem Tod ihres Mannes allein außerhalb eines Dorfes in der Auvergne, nur mit einem etwas schrulligen Bauern-Ehepaar als Nachbarn. In der Nähe gibt es kaum noch Geschäfte - aber noch kann sie Auto fahren. Sie lebt zwar allein, ist aber nicht einsam: jeden Donnerstag kommt AngOle und putzt, ein Gärtner kümmert sich um ihren Garten. Mit ihren Freundinnen trifft sie sich in der Kirche oder zum Mittagessen, Tee oder Kartenspielen. Ihre Kinder kommen mit Familie an den Feiertagen aus Paris und bringen kurzfristig Jeannes ruhiges Leben durcheinander. Die modernen technischen Geräte, die sie ihr aufdrängen wollen, mag sie nicht, sie ist immer ohne sie ausgekommen. Vor dem Tod, der in ihrem Bekanntenkreis immer näherkommt, hat sie keine Angst, sie will nur nicht krank oder dement werden. Wenn sie nachts nicht schlafen kann, philosophiert sie in Gedanken über das Leben, hängt ihren Erinnerungen nach - denn für die Zukunft muss sie nicht mehr viel planen.

Ein wunderbar ruhiger, oft humorvoller und auch nachdenk-licher Roman über das Leben einer Frau im hohen Alter, die nicht klagt, sondern ihr Leben so genießt, wie sie es noch kann.

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